Das Gewicht von Schnee
Wohin reist unser Sehen, wenn das Licht ins Dunkel zieht,
des Sommers wilde Farbenpracht die Winterblässe flieht?
Was hören wir am Ende einer Jahressinfonie?
Erklingt im letzten Paukenschlag nur stille Lakonie?
Was fühlen wir im kalten Hauch der Zwischenjahreszeit?
Nur nüchternes Verlangen, sich zu wärmen, wenn es schneit?
Wir sehen, hören, fühlen so viel mehr, wenn wir vertraun,
und auf das Kindlein tief in uns und seine Weisheit schaun.
Es flüstert leis': Hab keine Angst und sei ganz unbesorgt.
Die Winterfee hat sich nur kurz das Sonnenlicht geborgt.
Und wusstest Du, dass gerade jetzt ein Schneemann zu Dir singt,
und seine warme Stimme tief in Deinem Herzen schwingt?
Dass mit dem Jahresschwinden auch ein Fünkchen Werden keimt,
das Dir im neuen Jahr schon bald als Lebenslust erscheint?
Vielleicht stellt's Dir auch Fragen. Und vielleicht denkst Du, nanu,
warum weiß ich das denn noch nicht? Jetzt lässt's mir keine Ruh' -
Wie schmeckt denn nun ein Wintertag? Und mag das Christkind Tee?
Wo wohnt Frau Holle eigentlich? Und wieviel wiegt der Schnee?