zurück bleibt das meer

dein zweifel schürft sich an der bläue
dennoch folgst du dem senkblick
zersetzt die erwartungen und liquidierst die perspektiven
entziehst dich

den manischen predigten
der nebelbankphilosophen
den normenkonformen und ihrem lamentieren
das sich denunzierend in der gischt verfängt
den altverblühten und ihrer chronischen maßlosigkeit
mit der sie den horizont fluten

sie alle greifen nach deinem hologramm
um deine hörigkeit zu schwängern
doch die scham hast du längst tätowiert
mit den edelmetallenen visitenkarten der avatare

ihre nachbilder lösen sich allmählich auf
zusammen mit einem
bewusst-sein
diffundierst du in ein nicht-mehr
tauchst ab in einem kokon
gewoben aus gestorbenen geschichten

zurück bleibt das meer
es dämpft die implosion des immer-weiter
und myriaden unmündiger klone
klingen aus in feuchter
gleichgültigkeit

(MS · 24. April 2025)