hochzeitsnacht

dein rhythmus betäubt alles wollen in mir
du forderst gehorsame lust
zerstößt hart die glimmenden glut meiner gier
zurück lässt du kälte und frust

muss deinem begehren erfüllung verwehren
betäubt liege ich unter dir
und all deine küsse sind tödliche schüsse
mein körper ein waidwundes tier

dein atem ergreift den straubtrockenen quell
befeuchtet beschwörend sein rund
die zunge zerteilt mich scharf wie ein skalpell
schmeckst blutleere schande am grund

mein klägliches stöhnen macht mich dich verhöhnen
verdruss tropft schlaff aus deinem mund
das schneeweiße laken hängt morgen am haken
so schließen wir unseren bund

(MS · 31. Juli 2022)